Eigenbetrieb der
Stadt Koblenz
Grünflächen- und
Bestattungswesen
Grünflächenwesen

Das Stadtbaummanagement

Das Stadtbaummanagement ist der moderne Baumpflegefachbereich des Eigenbetriebs Grünflächen- und Bestattungswesen. Ziel ist es, den Baumbestand der Stadt Koblenz im Hinblick auf seine Bedeutung für das Stadtklima und die Freiraumqualität zu pflegen und zu entwickeln. Hierzu gehören unterschiedlichste Baumpflegemaßnahmen, wie die Umsetzung von Verkehrssicherungsmaßnahmen, die Freihaltung von Verkehrswegen, Beleuchtungseinrichtungen und Beschilderung sowie der Erziehungsschnitt an jungen Bäumen, um diesen eine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen.

Um eine fachliche Baumpflege sicherstellen zu können, betreibt der Eigenbetrieb ein EDV-gestütztes Baumkataster, in dem zurzeit rund 25.000 Bäume im Straßenbegleitgrün und in Grünanlagen erfasst sind. Mindestens einmal pro Jahr, bei Bedarf auch häufiger, wird nach Maßgabe der technischen Regelwerke eine Baumkontrolle an allen im Kataster erfassten Bäumen durchgeführt. Die Baumkontrollen selbst erfolgen durch eigenes, speziell geschultes Fachpersonal oder durch Sachverständigenbüros. Die Ergebnisse der Baumkontrollen werden im Baumkataster unter Angabe der erforderlichen Maßnahmen mit Prioritäten festgehalten und dokumentiert. Aus dieser Dokumentation erhält die Baumpflegekolonne die Arbeitsaufträge über den erforderlichen Pflegebedarf und die Verkehrssicherungsmaßnahmen an den betroffenen Bäumen.

Die Arbeitsaufträge sind sehr vielschichtig und können bei den im Baumkataster erfassten Bäumen nicht allein durch die eigenen Baumpflegemitarbeiter erledigt werden. Um die gesetzlichen Anforderungen der Baumpflege erfüllen zu können, arbeitet der Eigenbetrieb mit einem Fachunternehmen zusammen. Durch diese Zusammenarbeit ist es möglich, schnell auf Arbeitsspitzen zu reagieren und auch bei Stürmen zeitnah die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.

Fallen bei der Baumkontrolle Schäden auf, deren Ausmaße und Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit nicht allein durch eine Inaugenscheinnahme abgeklärt werden können, müssen eingehende Baumuntersuchungen erfolgen. Bei Bedarf beauftragt das Stadtbaummanagement Sachverständige, die mit anerkannten technischen Untersuchungsmethoden die Stand- und Bruchsicherheit der auffälligen Bäume fachgerecht überprüfen und geeignete Maßnahmen ableiten.

Das Stadtbaumkonzept

Bäume in der Stadt nehmen vielfältige und wichtige Funktionen war. Sie verbessern nachhaltig das Stadtklima, und tragen wesentlich zur Stadtgestaltung bei. Ziel ist deshalb der Erhalt des vorhandenen Baumbestandes. In Anbetracht der aktuellen Ausgangslage mit einem teilweise überalterten Bestand aber auch der weiter steigenden Bedeutung der Bäume hinsichtlich der Änderung des Stadtklimas stehen außerdem die Erneuerung und  die Erweiterung des Baumbestandes im Fokus.  

Viele ältere und zum Teil geschädigte Bäume stehen einer kleinen Anzahl an jungen Bäumen gegenüber. Ein weiteres Problem ist der in vielen Straßen oft uneinheitliche Baumbestand, der aufgrund unterschiedlicher Pflegeansprüche einen erhöhten Pflegeaufwand verursacht.

Für Erhalt und Entwicklung des Koblenzer Baumbestandes wurde unter Federführung des Eigenbetriebes Grünflächen- und Bestattungswesen und in Zusammenarbeit mit dem Büro Kortemeier Brokmann Landschaftsarchitekten, Herford, sowie einzelnen Fachabteilungen der Stadt Koblenz  das Koblenzer Stadtbaumkonzept entwickelt. Es ist Teil der Gesamtstrategie Masterplan Grün 2011+ und stellt das übergeordnete Instrument für die Weiterentwicklung des städtischen Baumbestandes dar.

Mit dem Stadtbaumkonzept wurden insbesondere Grundlagen für Neu- und Umplanungen erarbeitet. Ziel ist ein langfristig stabiler Baumbestand. Voraussetzung dafür sind möglichst optimale Bedingungen am Standort mit jeweils angepassten Lösungen, die gleichzeitig räumliche Besonderheiten berücksichtigen und gestalterische Aufgaben wahrnehmen können.

Die Erarbeitung des Stadtbaumkonzeptes wurde in vier in sich abgeschlossenen Schritten vorgenommen.

Im ersten Abschnitt erfolgte die Grundlagenermittlung. Von besonderem Interesse waren die bestehenden örtlichen Gegebenheiten. Des Weiteren wurden die wichtigsten Funktionen der Stadtbäume dargestellt und Kriterien für die Auswahl geeigneter Baumarten benannt.

Mit dem darauf folgenden Schritt, der Rahmenplanung, wurden allgemein anwendbare Gestaltungsgrundsätze durch Baumpflanzungen definiert und daraus ein Leitbild erstellt.

Darauf aufbauend konnte die Strukturplanung für einzelne Stadtteile als Vorbereitung der Maßnahmenplanung vorgenommen werden. In diesem Schritt wurden erforderliche Maßnahmen konkretisiert. Die erarbeiteten Leitbilder mit Aussagen zur Baumart sowie weiteren Angaben detailliert ausgearbeitet. Exemplarisch wurde an dieser Stelle ein Bepflanzungskonzept für die Altstadt und Teile der südlichen Innenstadt unter Beachtung der Erschließungsfunktion einzelner Straßen entwickelt und entsprechende Leitbaumarten charakterisiert. Beispielsweise wurden für alle Verbindungen zum Rhein nicht heimische Baumarten und für alle Verbindungen zur Mosel heimische Baumarten vorgeschlagen.

Die abschließende Maßnahmenplanung bezieht sich auf einzelne Abschnitte (Straßen, Plätze) und berücksichtigt unter anderem Grundlagen der technischen Infrastruktur sowie Aspekte der Straßennutzung.

Das Stadtbaumkonzept ermöglicht als praxisnaher Leitfaden die koordinierte Maßnahmendurchführung zur Erhaltung und Entwicklung des Koblenzer Stadtbaumbestandes

Pseudomonas - Kastaniensterben

In der Löhrstraße zwischen Rizzastraße und HBF sind fast alle dort gepflanzten Rosskastanien mit dem Erreger des Pseudomonas-Kastaniensterbens befallen. Vier der Bäume sind bereits abgestorben. Die betroffenen Bäume sind alle nach 2010 gepflanzt. Erste Erkrankungsanzeichen zeigen sich auch schon an den Rosskastanien auf dem Bahnhofsvorplatz.

Die Erkrankung wird durch den bakteriellen Erreger Pseudomonas syringae pv. aesculi ausgelöst und führt in der Regel zum Absterben der befallenen Bäume. Geschädigt werden können Bäume jeglicher Altersklasse. Die ersten Symptome sind das Absterben einzelner Äste in Verbindung mit einer schütteren Krone sowie der Aufhellung des Laubes. Im Frühjahr sind auffällige, blutende Flecken am Stamm oder an den Ästen ("Teerflecken") sichtbar. Unter den Befallsstellen kommt es zum Absterben des für die Versorgung des Baumes zuständigen Leitungsbahnen (Kambialbereichs). Die blutenden Flecken trocknen den Sommer über äußerlich ein und verbleiben weiterhin gut erkennbar als schwärzliche Kruste.

Die bereits abgestorbenen Bäume wurden am Mittwoch, den 13.08.2015 durch die Baumpflegekolonne des Stadtbaummanagements gefällt. Da sich bei den verbleibenden Bäumen bereits deutliche Anzeichen einer sehr weit fortgeschrittenen Erkrankung zeigen, werden diese im Herbst/Winter 2015/16 gefällt. Die Baumstandorte werden erhalten und zeitnah mit resistenten Bäumen bepflanzt.